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Makale detayı · 2017 · dissertation

Die ambulante Behandlung von Endometriosepatientinnen unter klinischen und gesundheitsökonomischen Aspekten in einer Einzelpraxis für Gynäkologie und Geburtshilfe

Dergi Refubium (Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin)
OpenAlex Açık erişim · green
Yıl2017
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Einleitung Ziel der vorliegenden Arbeit war es, erstmalig in Deutschland die ambulante Endometriosebehandlung unter Berücksichtigung von soziodemographischen, klinischen und ökonomischen Parametern in einer spezialisierten Einzelpraxis zu untersuchen. Methodik Die Datenerfassung erfolgte in der Praxis für Frauengesundheit, Gynäkologie und Geburtshilfe von Professor Andreas D. Ebert in Berlin. Es wurden retrospektiv die klinischen und abrechnungsrelevanten Daten aus digitalen Krankenakten von 385 Endometriosepatientinnen analysiert, die sich in dem Zeitraum vom 01.01.2015 bis 31.12.2015 in der Praxis vorstellten. Ergebnisse Die höchste Patientinnendichte unseres Studienkollektivs befand sich zwischen dem 23. und 46. Lebensjahr (n=331, 85,9%). Hierbei zeigte sich ein Altersgipfel von 33 Jahren (n=24, 6,2%). Der durchschnittliche Body-Maß-Index (BMI) lag mit 23,1 im Normbereich. Von 385 Patientinnen waren 351 (91,2%) gesetzlich krankenversichert (GKV) und 34 (8,8%) privat krankenversichert (PKV). Die klinischen Leitsymptome waren Dysmenorrhoe (n=188, 48,8%), Hypermenorrhoe (n=174, 45,2%), Darmsymptomen (n=111, 28,8%), Unterbauchschmerzen (n=104, 27%), Dyspareunie (n=98, 25,5%), unerfüllter Kinderwunsch (n=82, 23,1%) und depressive Verstimmungen (n=81, 21%). Bei 98 (25,5%) Patientinnen lag ein rASRM-Stadium I vor, bei 47 (12,2%) Patientinnen ein rASRM-Stadium II, bei 55 (14,3%) Patientinnen ein rASRM-Stadium III und bei 79 (20,5%) Patientinnen lag ein rASRM-Stadium IV vor. 317 (82,3%) Patientinnen wurden bereits mindestens einmal, 102 (26,5%) Patientinnen mindestens zweimal bis zu dem Zeitpunkt der Erstvorstellung in unserem Studienzentrum operiert. Wir konnten bei Patientinnen mit einer primären Dysmenorrhoe eine durchschnittliche Dauer von 17 Jahren zwischen dem erstmaligen Auftreten der endometrioseassoziierten Beschwerden und der gesicherten Diagnosestellung feststellen. Die Gesamtvergütung im Jahr 2015 lag bei insgesamt 76340,26 Euro. 28% (21633,66 Euro) der Vergütung stammten aus der Behandlung von PKV-Patientinnen, 57% (43654,65 Euro) von gesetzlich versicherten Patientinnen und 15% (11051,95 Euro) stammten aus Individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL). Die durchschnittliche pro-Kopf-Vergütung einer PKV-Patientin lag fünfmal höher als die einer GKV-Patientin. Ab dem 51. Lebensjahr war die Vergütung signifikant geringer (64,91 Euro) als die der jüngeren Patientinnen (71,69 Euro) und die ambulanten Operationen wurden durchschnittlich im rASRM-Stadium IV mit 648,75 Euro höher vergütet als im Stadium I mit 465,38 Euro. Patientinnen mit einer multifokalen Endometriose (Adenomyosis uteri, rektovaginale Endometriose und Darmendometriose) konsultierten die Praxis durchschnittlich 3,6-mal pro Jahr und erzielten eine Vergütung in Höhe von 90,67 Euro pro Jahr, bzw. 25,19 Euro pro Besuch. Schlussfolgerung Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die Vergütung der ambulanten Endometriosebehandlung abhängig ist von dem Versicherungsstatus, dem Patientinnenalter, der Anzahl der betroffenen Organe und bei operativen Behandlungen von dem Krankheitsstadium. Die Ergebnisse werfen die Überlegungen auf inwiefern sich obligatorische Qualitätsstandards in der ambulanten Endometriosebehandlung etablieren ließen, die eine frühzeitige Diagnosestellung ermöglichen und eine angemessene Vergütung sichern. Den Patientinnen könnten damit lange Leidenswege mit Einbußen in der Lebensqualität und Leistungsfähigkeit erspart bleiben. Darüber hinaus wäre eine Entlastung des Gesundheitssystems durch eine Senkung der endometrioseassoziierten Behandlungskosten möglich.

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  1. DENİZ ERBAŞ ANKARA MEDİPOL ÜNİVERSİTESİ 1